Berlin

PERFEKTER PLAN – Mit optimalem Grundriss zum Traumhaus


Was ist der perfekte Plan? In einem Satz gesagt könnte die Definition einem Maßanzug gleichen, der perfekt auf die Bedürfnisse der Nutzer und die Gegebenheiten vor Ort angepasst ist.
Die 13. JUNG Architekturgespräche in Berlin am 5. März 2018 beschäftigten sich genau mit diesem Thema.
Dr. Ansgar Steinhausen
Ressortleiter HÄUSER
Hamburg


Thomas Steimle (Steimle Architekten, Stuttgart), Oliver Schaeffer (schaeffer . architecture and technology, München), Judith Wellmann (bernardo bader architekten, Dornbirn), Tom Lechner (lp architektur) sowie Malte und Silja Timm (timtimm, Husum) präsentierten ihre Einfamilienhäuser mit perfektem Plan, mit denen sie den HÄUSER AWARD 2018 gewonnen haben. Moderiert wurde die Veranstaltung von Michael Schuster (JUNG), Dr. Ansgar Steinhausen (HÄUSER) und Anne Zuber (HÄUSER). Im Rahmen der Veranstaltung fand die Preisverleihung des Awards statt.

Steimle Architekten präsentierten ihr Haus für eine Familie im schwäbischen Hinterland. Durch den homogenen Dämmbeton wirkt die skulpturale Form wie aus einem Guss. „Die sechseckige Grundform sorgt für vielfältige Blickbezüge“, kommentiert Thomas Steimle seinen Entwurf, der mit dem Interior-Preis ausgezeichnet wurde.
Thomas Steimle
Steimle Architekten, Stuttgart

In eine Münchner Vorortsiedlung planten schaeffer . architecture and technology ein Wohnhaus mit Zukunft. Die Grundrisse in dem punktförmigen Baukörper sind – basierend auf einem Raster – so gestaltet, dass sie den Bedürfnissen einer Familie mit zwei Kindern heute gerecht werden. In 30 Jahren kann der Baukörper aber auch – durch minimale Eingriffe – auf die veränderten Wohnbedürfnisse des Ehepaars reagieren, denn „wirklich nachhaltig ist, was lebendig bleibt“, so Oliver Schaeffer über seinen Entwurf, der den 4. Platz belegte.

Das „Haus am Bäumle“ im östereichischen Lochau überzeugt mit seiner dreigeschossigen Holzkonstruktion und der perfekten Nutzung des Raumes auf einem schmalen, langgezogenen Grundstück. Durch den schmalen Zuschnitt ist eine Belichtung von allen Seiten möglich. Judith Wellmann präsentierte das Projekt, das mit dem 3. Preis ausgezeichnet wurde. Wie in allen Entwürfen des Büros bernardo bader architekten wurde auch hier besonderer Wert auf die Auswahl der naturbelassenen, nachhaltigen Materialien und die gekonnte Inszenierung der Details gelegt.

Inspiriert durch historische Bauernhäuser, errichtete Tom Lechner im Pongau bei Salzburg ein Holzhaus für einen Kunsthistoriker und seine Bücher. Das Innere des Gebäudes besticht durch sein zentrales Treppenmöbel mit Bücherwänden, das zum Dreh- und Angelpunkt der Architektur wird. Die puristische Zurückhaltung spiegelt sich auch in der Materialwahl, dem rohen naturbelassenen Holz, wider. Das Büro lp architektur erhielt für das Gebäude Platz 2.

Sieger des diesjährigen HÄUSER AWARD ist ein Backsteinhaus in Husum – das eigene Wohnhaus des Architektenpaars Malte und Silja Timm. „Unser Haus ist kommunikativ.“ Mit diesen Worten beschreibt Silja Timm die wichtigste Eigenschaft ihres Hauses. Ein klarer und offener Grundriss schafft Blickbeziehungen und Gemeinsamkeit über alle Etagen, bietet trotzdem – wenn gewünscht – Rückzugsorte. „Es ist kein großes Haus. Aber genau auf uns zugeschnitten“, so Malte Timm.