München

BAUKULTUR – kommunikatives Miteinander

„Transformation und Kommunikation“ (Stephan Schütz, gmp); „Ort und Erinnerung“ (Peter Brückner, Brückner & Brückner); „Mehr als bedürfnisorientierte Architektur“ (Enrique Sobejano, Nieto Sobejano); „Verbindung von Vergangenheit und Zukunft“ (Philipp Sommer, RWTH Aachen). – Diese ganz persönlichen Definitionen zeigen die Bandbreite des Begriffs Baukultur. In einem waren sich die Referenten der 13. JUNG Architekturgespräche am 1. Februar 2018 in München jedoch einig: Baukultur geht uns alle an und kann nur im öffentlichen Diskurs vorangetrieben werden. Moderiert wurde die Veranstaltung im Isarforum des Deutschen Museums von Dr. Anne Schmedding, stellvertretende Vorsitzende der Bundesstiftung Baukultur.

„Wir schaffen Lebensräume. Wir respektieren Menschen und Ort. Wir bauen Erinnerung.“ Diese Leitgedanken spiegeln sich in den Entwürfen von Brückner & Brückner Architekten wider und stehen am Anfang jeder Projektbearbeitung des Büros. Peter Brückner veranschaulichte anhand emotionaler Filmsequenzen, untermalt mit abgestimmten Klangsimulationen, aktuelle Projekte im baukulturellen Kontext. Mit dieser berührenden Hommage an seine Architektur verdeutlichte er einmal mehr, dass gute Architektur auch im kleinen Maßstab und im ländlichen Raum Aufsehen erregen kann.
Peter Brückner
Brückner & Brückner
Tirschenreuth

Zur Baukultur gehört für Stephan Schütz auch die frühzeitige Integration der breiten Öffentlichkeit in die Bauprozesse öffentlicher Gebäude. Durch ein intelligentes Kommunikationskonzept kann Widerständen und Missverständnissen offensiv entgegengewirkt werden. Der transparente Dialog mit der Öffentlichkeit trug maßgeblich zum Umbau des Dresdener Kulturpalastes bei, so dass der übergeordnete Entwurfsgedanke des Gebäudes – das äußere Erscheinungsbild des Bestandsbaus von Wolfgang Hänsch aus dem Jahr 1969 weitestgehend zu erhalten, jedoch das Gebäude im Innenraum komplett neu und zeitgemäß zu denken – unter Einbeziehung aller Disziplinen kompromisslos ausgeführt werden konnte.
Stephan Schütz
gmp, Berlin/Peking

Mit dem Hotel Königshof am Stachus in München wagt das Büro Nieto Sobejano ein ungewohntes Experiment. Das Gebäude wird in Richtung Fußgängerzone aufgebrochen und zu einem öffentlichen Raum gestaltet. Diese ausdrucksstarke Raumkaskade mit Lobby-, Aufenthalts- und Ausblickzonen ist ein großer Schritt dahin, Architektur und öffentlichen Raum ineinander fließen zu lassen und damit Kommunikationszonen zu schaffen. Das ist nur eines der zahlreichen Projekte, an denen Enrique Sobejano seine Haltung zur Baukultur demonstrierte.
Prof. Enrique Sobejano
Nieto Sobejano,
Madrid/Berlin

Philipp Sommer präsentierte stellvertretend für 14 Studenten der RWTH Aachen als Newcomer zwei Realisierungsprojekte von Biwakschachteln in den Südtiroler Alpen. Die Schutzhütten wurden im Rahmen eines Semesterentwurfes unter dem Motto „building on a higher ground“ am Lehrstuhl CAAD unter Leitung von Wolfram Putz (GRAFT) entwickelt und stehen kurz vor der Realisierung. Starkes Design, Funktion und eine effiziente Realisierung lagen im Fokus der Planung. Ein Studienprojekt mit Realitätsbezug.
Philipp Sommer
RWTH Aachen