Cubus Hotel, Düsseldorf - Architekt: schneider+schumacher, Frankfurt am Main - Ausgestattet mit JUNG LS 990 in Schwarz. © JÖRG HEMPEL PHOTODESIGN

Im Gespräch: Till Schneider

schneider+schumacher, Frankfurt am Main

In Ihrem Büro schneider+schumacher verwenden Sie immer wieder für die unterschiedlichsten Bauaufgaben das Schalter-Programm LS 990 von JUNG – warum?

Till Schneider: Ich selbst bin auf die JUNG Schalter bereits in den Architekturbüros aufmerksam geworden, in denen ich noch während meines Studiums in den 1980er Jahren gearbeitet habe. Bei Oswald Matthias Ungers gab es gar keinen anderen Schalter als LS 990 – damals noch in Alpinweiß. Später war ich bei eisele + fritz und habe Ähnliches erlebt. Die Architektur dort war zwar eine vollkommen andere, die verwendeten Lichtschalter und Steckdosen aber waren die gleichen. Und auch von Kollegen aus anderen Büros habe ich damals gehört, dass auch dort das Programm ziemlich populär ist. Also war es für mich naheliegend, LS 990 auch bei meinen ersten eigenen Projekten zu verwenden.

Ab wann wollten Sie die Schalter dann in Schwarz?

Till Schneider: Ende der 1980er Jahre habe ich das Dachgeschoss im Haus meines Vaters in Darmstadt umgebaut und eine Wand mit schwarzen Platten verkleidet. Dazu wollte ich Schalter und Steckdosen in der gleichen Farbe, konnte diese aber von JUNG nicht bekommen.

„Auch von Kollegen aus anderen Büros habe ich damals gehört,
dass auch dort das Programm ziemlich populär ist ...“
 

Ich bin dann zu einem Autolackierer und habe die LS 990 Teile dort schwarz spritzen lassen. Diese Schalter funktionieren noch heute und haben auch bis jetzt ihre Farbe behalten. Als unser Büro später größer wurde, hatten wir 1996 ein Hotelprojekt in Düsseldorf und wollten auch dort schwarze Wände. Wir haben wieder bei JUNG angefragt, und nachdem es diesmal um deutlich mehr ging als beim ersten Mal, war die Firma bereit, für uns eine dunkle Version zu produzieren. Das lag damals ohnehin irgendwie in der Luft.

Und mittlerweile gibt es sogar lackierte Schalter von JUNG...

Till Schneider: ... ja, die Version in den Le Corbusier Farben ist eine echte Bereicherung. Wenn man die Installation nicht zelebrieren will, sondern eher integrieren, dann liegt es einfach nahe, mit farbigen Schaltern zu arbeiten. Auf farbigen Wänden macht sich manchmal ein weißer Schalter einfach nicht gut.
Gibt es weitere Wünsche an das Programm?

Till Schneider: Vor allem wünsche ich mir, dass der Vorgang des Schaltens nicht zu kompliziert wird, etwa bei der Verwendung von Touchscreens. Heute kann es einem im Hotel schon mal passieren, dass man gar nicht mehr weiß, wie das Licht auszumachen ist. Trotzdem ich eine große Affinität zur Technik habe, musste auch ich in so einer Situation schon mal das Leuchtmittel rausschrauben oder den Stecker ziehen. Bevor ich vielleicht noch eine ausführliche Bedienanleitung lesen muss, wäre es mir lieber, einfach nur einen normalen Schalter betätigen zu können.

Der klassische Schalter bleibt also noch lange bestehen?

Till Schneider: Ja, in vielen Fällen wird er auch in Zukunft einfach die beste Lösung sein.

Das Interview führte Christian Schittich, Architekt und Fachautor.

Städel Museum, Frankfurt am Main - Architekt: schneider+schumacher, Frankfurt am Main - Ausgestattet mit JUNG LS 990 in Alpinweiß. © NORBERT MIGULETZ