Fragen an Oliver Schaeffer

Oder warum Oliver Schaeffer das Abstrakte liebt.

1. Gute Architektur sollte …

… die Menschen beflügeln und visionär in die Zukunft blicken.

2. Architekten sollten …

… mutig und ausdauernd sein.

3. Gibt es Gebäude, die bei Ihnen eine besondere Leidenschaft auslösen?

Ja, jede Menge. Ich komme aus München, also das Olympiagelände fasziniert mich auf jeden Fall. Es beflügelt mich und hat für die damalige Zeit einen unglaublichen Weitblick in die Zukunft bewiesen. Eine wunderbare Mischung aus Gebäude, Landschaft, Stadt – das ist großartig. Aber ich finde auch industrielle Strukturen wie heute im Ruhrgebiet wahnsinnig spannend und interessant. Einfach für ihre ruppige Pragmatik.

4. Wovon lassen Sie sich inspirieren?

Ich zeichne und skizziere sehr gerne, egal ob ich unterwegs bin oder im Büro an etwas arbeite, mag sehr abstrakte Dinge, abstrakte Grafiken und abstrakte Darstellungen. Das ist eine starke Inspirationsquelle für mich, weil es eine sehr unmittelbare, essentielle Kraft entfaltet.

5. Was war Ihr bislang größter Erfolg?

Eigentlich ist der größte Erfolg immer, wenn es gelingt durch Architektur ein echtes Problem zu lösen. Im besten Fall entsteht daraus gute Gestaltung und ein tolles Projekt. Wenn dann am Schluss alles zusammen kommt und sozusagen einrastet, ist das ein super Gefühl.

6. Thema „Perfekter Plan“: Was macht einen perfekten Plan aus?

Im Grundriss zeigt sich, wie die einzelnen Funktionen zueinander geordnet sind, wie sie sortiert sind, wie sie strukturiert sind und wie sie aufeinander Bezug nehmen. Ein perfekter Plan ist einfach und klar und schafft gerade dadurch die Basis für spannungsreiche und komplexe Raumzusammenhänge.

7. Welche Rolle spielen für Sie Wettbewerbe?

Eigentlich eine Große. Für jüngere, kleinere Büros gestaltet es sich allerdings schwer, an die richtigen Wettbewerbe zu gelangen. Wir haben einige wenige Wettbewerbe für sehr große Verfahren gemacht, bei denen 400 Leute angetreten sind, in der Hoffnung auf den Lucky Punch. Aber es gibt andere Verfahren, z.B. für den Konzertsaal in München, zu denen man nur eingeladen wird, wenn man schon Konzertsäle gebaut hat. Eigentlich wäre das Wettbewerbssystem richtig, um eine Vielfalt an Ideen und Konzepten zu erhalten. Aber so funktioniert es für uns nicht.

8.Welches Projekt steht bei Ihnen als nächstes an? Woran arbeiten Sie gerade?

Wir bearbeiten ein sehr breites Spektrum: Für eine Mikro-Fitness-Studiokette entwickeln und planen wir seit Jahren das Interior Design. Wir arbeiten an einigen sehr alten denkmalgeschützten Häusern in München am Lenbachplatz und in der Residenzstraße. Das sind sehr prominente Standorte und es macht sehr große Freude daran zu arbeiten. Dann machen wir eine Reihe Studien für Neubauten von Wohnhäusern, Kultureinrichtungen und Nutzbauten.

9. Was raten Sie jungen Architekten?

Sie sollten herausfinden, was ihnen wirklich Spaß macht und das weiterentwickeln. Sie sollten dabei bleiben, das verfolgen, daraus einen Beruf machen. Wo auch immer der dann ganz genau hinführt.

10. Wenn Sie nicht Architekt geworden wären, was wären Sie heute?

Architekt war immer mein Traumberuf. Vielleicht Industriedesigner.

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