Fragen an Johannes Pilz

Oder warum sich für Johannes Pilz die wahre Kraft der Architektur durch Authentizität zeigt.
1. Gute Architektur sollte …
… vielfältig sein.

2. Architekten sollten …

… spontan sein und auf Aufgabenstellungen mit unterschiedlichen Lösungen antworten können.

3. Gibt es Gebäude, die bei Ihnen eine besondere Leidenschaft auslösen?
Ja, alle Gebäude, die eine starke Komplexität haben und für die Öffentlichkeit gebaut wurden. Ein Beispiel, das mich persönlich sehr geprägt hat ist die „Casa da Musica“ in Porto von Rem Kolhaas. Als ich vor zehn Jahren zum ersten Mal dort war, habe ich einen ganzen Tag an dem Ort verbracht um ihn zu spüren. Das Gebäude verändert sich je nach Tageszeit und entwickelt immer wieder spannende Momente.

4. Wovon lassen Sie sich inspirieren?

Von guter Architektur, von anderen Architekten und von Kunst.

5. Was war Ihr bislang größter Erfolg?
Der Wettbewerbsgewinn des „Turm mit Taille“ in Wien war ein sehr großer Erfolg. Ansonsten ist jeder Prozess und die Weiterentwicklung von Projekten für mich ein Erfolg.

6. Gibt es etwas, dass Sie niemals bauen würden?
Wenn man als Architekt das Gefühl hat, man wäre bei einem Projekt total eingeschränkt und würde in seinem Amt missbraucht werden, sollte man Aufgaben auch ablehnen: Wenn zum Beispiel nur noch der Name des Architekten zählt und man keine Möglichkeit hat seine Vision zu verwirklichen.

7. Was bedeutet für Sie Zuhause?

Zuhause ist der Ort, an dem man sich wohlfühlt und seinen eigenen Raum gestalten kann.

8. Worin sehen Sie die künftigen Herausforderungen für Architekten?

Das Problem der Dichte wird in Zukunft noch größer werden. Wir werden immer mehr Menschen auf der Welt und wir Architekten müssen lernen damit umzugehen. Außerdem haben wir das Thema der Nachhaltigkeit und das Umdenken in der Materialität.

9. Welche Rolle spielen für Sie Wettbewerbe?
Wettbewerbe spielen eine sehr wichtige Rolle, weil man sich nur im Wettbewerb ausleben und seine Vision transportieren kann. Wenn man gewinnt, kann man das Projekt dann im besten Fall genauso ausführen, wie man es sich vorgestellt hat. Man kann, anders als beim Direktauftrag , alles auf eine Karte setzten und sich damit ein eigenes Geschenk machen. – Wenn man gewinnt.

10. Was raten Sie jungen Architekten?
Das wichtigste ist, dass man sich selbst fragt: „Was interessiert mich und wo ist meine Leidenschaft?“ Natürlich darf man sich von anderen Architekten inspirieren lassen, aber in erster Linie sollte man seinen eigenen Weg einschlagen und darauf vertrauen. Dieser Weg muss kein endgültiger sein. Im Sinne von try and error sollte man Dinge ausprobieren die einen interessieren, auch wenn man sie später beiseitelegt und sich anderen Dingen widmet. Das hilft enorm das Eigene zu finden und diese Authentizität spürt man in guter Architektur.

11. Wenn Sie nicht Architekt geworden wären, was wären Sie heute?
Ich habe mich für Schauspielerei interessiert, habe eine Zeit lang Improvisationstheater gemacht und das fande ich extrem spannend. Das wäre auch ein Weg für mich gewesen.

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