Berlin

SPEKTAKULÄRE HÄUSER - Ungewöhnlich gute Architektur

Architektur, die Zeichen setzt – Häuser, die faszinieren und begeistern: Sei es durch formale und gestalterische Prägnanz, ein unkonventionelles Erscheinungsbild, großartige Innenräume oder ihre imposante Lage. Auch edles Understatement, technische Raffinesse und ungewöhnliche Materialien können ein Gebäude spektakulär wirken lassen.

Die 12. JUNG Architekturgespräche am 6. März 2017 im Berliner Chamäleon Theater in den Hackeschen Höfen beschäftigten sich mit der Frage: Was ist das spektakuläre Haus und was macht seine individuelle Qualität aus? Katja Knaus und Benedikt Bosch von Studio Yonder aus Stuttgart, Magalie Munters von Office O architects aus Gent und Jeroen Steenvoorden von Studio Prototype aus Amsterdam präsentierten ihre spektakulären Wohnhäuser mit denen sie die Finalisten des HÄUSER AWARD 2017 wurden. Durch den Abend führte Peter Brückner.
Peter Brückner

Gewagt und echt
Katja Knaus und Benedikt Bosch präsentierten ihre Projekte unter verschiedenen Aspekten der Spektakularität: So wird ein vollständig recyclebarer Messestand „aufsehenerregend“, ein Sportclub in Kolbermoor „auffällig“, ein Kaffeehaus in Rosenheim „imposant“ und das Wohnhaus für den Architekten Stefan Behnisch „außerordentlich“.

Ihr Siegerprojekt Haus P. verorteten sie als typisches Allgäuer Wohnhaus in den Hang. Spektakulär wird das Gebäude durch den Einschnitt, der die bekannte Form aufbricht und zu einem authentischen Patio wird. Einfache und ehrliche Materialien im Innenraum und die Liebe zum Detail verstärken die Faszination und Sehnsucht dieses natürlichen Ortes.
Katja Knaus/Benedikt Bosch
Yonder
Stuttgart

Konsequentes Profil
Die romantische nordholländische Küstenregion inspirierte Jeroen Steenvoorden von Studio Prototype zu seinem Siegerentwurf: Die Villa Schoorl. Das typische Bild einer schwarzen, niederländischen Scheune wurde aufgegriffen und in einer Häuserskulptur mit intensiven Bezügen zum Außenraum transformiert. Die Gebäudehülle aus gefalztem eloxiertem Aluminium kontrastiert sich im Innenraum mit weißen und transparenten Flächen und formiert die Skulptur. Die Wohnräume erscheinen dadurch wie ein Dorf mit kleinen Einzelbauten – simpel und doch spektakulär.
Jeroen Steenvoorden
PROTOTYPE
Amsterdam

Gegenwärtige Zukunft
Die Villa MQ besticht durch zukunftsgewandte Formen und authentische Materialien. Magalie Munters betonte in ihrer Präsentation, dass von den Bauherren der starke Wille nach etwas Besonderem ausging. Das durchaus markante Gebäude positioniert sich in einer eher unspektakulären Siedlung am Stadtrand von Tremelo. Der monolithisch wirkende Baukörper wurde in der Mitte sozusagen „tailliert“ und hebt sich durch seine aufsehenerregende skulpturale Formsprache deutlich von der Umgebung ab. Das Innere Raumgefüge wurde von OOA wie ein Schneckenhaus mit Split Levels entwickelt. Die abgerundeten Formen unterstützen im Innenraum die fließende Bewegung. Auf den Wandinnenflächen wird das Sonnenlicht durch gezielte Einschnitte gekonnt inszeniert.
Magalie Munters
OOA
Gent

HÄUSER AWARD 2017
Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Häuser Award 2017 verliehen, der ebenfalls unter dem Motto „Spektakuläre Häuser“ stand. Chefredakteurin Anne Zuber überreichte den Preis für die drei Siegerprojekte an die Referenten, sowie den Interior-Preis an das Österreichische Büro LP Architektur für das Haus Kranawendter in Leogang und den Sonderpreis-Außengestaltung an das Osloer Büro Lund Hagem Architects für das Haus Knapphullet in Sandefjord.
Anne Zuber
Chefredakteurin HÄUSER
Gruner + Jahr GmbH & Co KG
Hamburg