Fragen an Prof. Ivan Reimann

Oder warum BauKultur für Ivan Reimann ein Regelwerk zur Bewältigung des Alltags ist.

1. Gute Architektur sollte …

… ganz selbstverständlich eine sinnvolle Umgebung schaffen.

2. Architekten sollten …

… überall dort, wo es in ihrer Verantwortung liegt, dazu beitragen, diese sinnvolle Umgebung entstehen zu lassen.

3. Gibt es Gebäude, die bei Ihnen eine besondere Leidenschaft auslösen?

Ja, das sind Gebäude, die die oben genannte Eigenschaft haben. Sie sind genau deswegen schön.

4. Wovon lassen Sie sich inspirieren?

Wir lassen uns in unserem Büro von vielen Dingen inspirieren. Aber inspirieren ist eigentlich das falsche Wort. Wir suchen nach Referenzen, mit deren Hilfe wir uns dem nähern können, was wir anfangs noch nicht umreißen können. Das kann alles sein: von Gebäuden über Bücher und Texte bis hin zu Bilder und Fotos. – Alles, womit wir in Berührung kommen.

5. Was war bislang ihr größter Erfolg?

Es gibt eine Reihe von Bauten, die uns gelungen sind - manchmal sogar besser, als wir es am Anfang erwartet hatten. Wenn dem so ist, empfinden wir es als großen Erfolg. Einzelne Projekte herauszuheben, fällt mir wahnsinnig schwer.

6. Woran arbeiten Sie gerade?

Wir arbeiten an einer Reihe von Projekten unterschiedlichster Art: von einfachen Wohnbauprojekten, über Sanierungen, Umbauten, bis hin zu prominenten Projekten wie ein Hochhaus an der Taunusanlage in Frankfurt am Main. Wir sind sehr breit aufgestellt. Die Projekte befinden sich auch in ganz unterschiedlichen Projektstadien. Einige haben noch gar nicht richtig angefangen, und andere sind schon fast fertig.

7. Welche gesellschaftliche und politische Verantwortung haben Architektur und Architekten heutzutage?

Sie müssen dafür sorgen, dass eine sinnvolle und nachhaltige Umgebung entsteht. Dabei ist Nachhaltigkeit nicht nur eine Frage von technischer und energetischer Effizienz. Nachhaltigkeit bedeutet auch, dass unsere Bauten einen bleibenden Wert besitzen und überdauern.

8. Was bedeutet für Sie Zuhause?

Das Zuhause hat verschiedene Sphären - von ganz groß bis ganz klein. Ich kann sagen: „Ich bin ein Europäer“, „Ich bin ein in Deutschland lebender Tscheche“ und „Ich bin ein Berliner“. Aber am meisten zuhause fühle ich mich in meinem Haus bei meiner Familie.

9. Wie definieren Sie BauKultur?

Da kann man über Gott und die Welt und vieles andere sprechen (lacht). BauKultur umfasst alles: die Spitzenleistungen in der Architektur, aber eben auch die normalen Bauten, die uns umgeben. Die BauKultur liefert uns ein Regelwerk zur Bewältigung des Alltags innerhalb der Gesellschaft in der wir leben. Je nachdem, von welchen Werten dieser Alltag geleitet wird, wird sich auch die BauKultur zum Positiven oder zum Negativen verändern.

10. Was raten Sie jungen Architekten?

An sich zu glauben und dran zu bleiben.

11. Wenn Sie nicht Architekt geworden wären, was wären Sie dann heute?

Entweder Geisteswissenschaftler - wie alle in der Familie - oder Fotograf.
THOMAS MÜLLER IVAN REIMANN ARCHITEKTEN
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