Zurück Prof. Thomas Auer

Warum sich Thomas Auer immer wieder die Tragweite seines Tuns bewusst macht.

Gute Architektur sollte…?

…. schön sein als auch funktional und innovativ.

Architekten sollten…

…auf der einen Seite Dienstleister sein, aber auf der anderen mit einer klaren Vision. Nur reiner Dienstleister zu sein, wird dem Beruf nicht gerecht. Er muss als Planer und als Architekt im Besonderen immer auch Überzeugungstäter sein. Und weil wir davon ausgehen, dass wir es besser wissen als unsere Bauherren, müssen wir überzeugen und für gute Lösungen kämpfen.

Gibt es Gebäude, die bei Ihnen eine besondere Leidenschaft auslösen?

Ja, es sind entweder sehr innovative oder sehr einfache Gebäude. Ein Raum, der sehr inspirierend für mich war, war Grand Central (New York). Große Bahnhöfe sind durch ihre Größe beeindruckend, sind gleichzeitig aber auch sehr einfach, funktional.

Was war Ihr erstes Haus – wann war das?

Das erste Gebäude, an dem ich zusammen mit Kauffmann Teilig & Partner gearbeitet habe, war eine Kureinrichtung in Bad Colberg. Und wir waren uns über die Tragweite unseres Tuns nicht bewusst. Wir waren alle gerade fertig mit studieren und wenn wir zu den Ingenieuren nach Nürnberg kamen, haben die immer gemeint: „Oh, jetzt kommt wieder Jugend forscht“. (Lachen) Aber das war wirklich so. Richtig bewusst wurde mir, dass das ganze kein Spaß ist, als wir auf der Baustelle gesehen haben, dass Beton fließt. Da merkt man erstmal, die machen das! Das sage ich auch oft den Mitarbeitern, das ist alles real. Manchmal vergisst man es.

Was bedeutet für Sie Zuhause?

Zuhause heißt, da wo Familie und Freunde sind.

Von wem hätten Sie sich gerne Ihr Haus bauen lassen?

Von Richard Buckminster Fuller.

Was würden Sie niemals bauen?

Eine Machtdemonstration für ein diktatorisches Regime, was immer das ist.

Wovon lassen Sie sich inspirieren?

Die besten Ideen kommen aus einer gewissen Ruhe. Und unter der Dusche.

Worin sehen Sie die künftige Herausforderung für Architekten? Wie muss Architektur der Zukunft sein?

Die Herausforderung ist klar. Ich denke, der Gebäudebestand hat den größten Anteil am CO2 Ausstoß. Die größte Herausforderung besteht für mich nicht notwendigerweise darin, dass wir Plusenergiehäuser bauen – wir wissen bereits wie das geht – sondern dass wir unseren Gebäudebestand in Ordnung kriegen, während wir die Baukultur bewahren.

Welches Projekt steht als nächstes an? Woran arbeiten Sie gerade?

Im Moment arbeiten wir an einem spannenden Bürogebäude für die sächsische Aufbaubank in Leipzig.

Was raten Sie jungen Architekten?

Auszubrechen und mutig zu sein. Denn es gibt zu viele Konventionen.

Wenn Sie nicht Klima-Ingenieur geworden wären, wären Sie jetzt?

Dann würde ich versuchen in einem anderen Ingenieursbereich die Welt zu retten. (Lacht.)
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