Zivilschutzbunker, Hannover

Umbau statt Abriss: Bunker wird zu Wohnraum

Rund 2000 Bunkeranlagen gibt es in Deutschland. Lange Zeit standen viele von ihnen leer, als stumme Zeugen des zweiten Weltkriegs. Ein Abriss war zu teuer, ein Umbau wenig rentabel und eine Neunutzung dadurch kaum vorstellbar. Mit dem Immobilienboom und dem damit verbundenem Preisanstieg hat sich das geändert. Zumal viele Bunker in zentraler Lage in Großstädten liegen.

Ursprünglich fanden über 700 Menschen in dem ehemaligen Hochbunker in Hannover Schutz. Nach dem Krieg wurde das 375 qm große Gebäude als Möbelhaus genutzt, dann stand es über Jahrzehnte hinweg leer. Mit dem Verkauf an Privatleute und nach umfangreichen Umbauten ist Leben in den Betonklotz eingekehrt. So bietet er heute Wohnraum für eine vierköpfige Familie.

Den Ausbau des Bunkers übernahm der Bremer Architekt Rainer Mielke, ein Spezialist in Sachen Bunkerumbau. Zunächst galt es die Wände zu dämmen. Denn auch wenn sie Schall hervorragend dämpfen, isolieren sie Wärme auf der anderen Seite kaum. Die größte Herausforderung aber stellten die zu schaffenden Öffnungen für Fenster und Türen dar. Mittels einer Spezialmaschine, einer diamantbesetzten Seilsäge, wurden zehn Tonnen schwere Stahlbeton Blöcke aus der 1,10 Meter dicken Außenwand und der 1,40 starken Decke herausgeschnitten.

Da das ehemalige Erscheinungsbild des Bunkers erhalten bleiben sollte, wurden an der Fassade nur geringe Veränderungen vorgenommen. Die Ausnahme stellt das neuerrichtete Staffelgeschoss dar.
Die ersten drei Geschosse, mit rund 30 kleineren Räumen, wurden zu Lagerräumen und einer Garage umgebaut. Im vierten Geschoss und dem neu errichteten Staffelgeschoss befinden sich die Wohnräume der Familie. Alle Geschosse sind über eine Treppe verbunden. Eine umlaufende, überdachte Terrasse bietet Platz und einen imposanten Blick aus 15 Metern Höhe über die Dächer Hannovers. Im Außenbereich des Einganges schaltet der Automatik-Wächter von JUNG bewegungsabhängig LED-Bodenstrahler im Eingangsbereich. So ist auch im Dunkeln ein sicherer Zugang zum Gebäude gewährleistet.

Die Innengestaltung zeugt von historischer Umsicht. Geländer, Schleusentüren und Lampen wurden im Original erhalten. Die vorhandenen Beschriftungen im Bunker bewahrt und mit einer Plexiglasplatte überdeckt. Die Fenster sind innenbündig eingesetzt, wodurch bei geöffneten Fenstern die schweren Wände charakteristisch hervortreten. Abgehängte Balkone aus verzinktem Stahl fügen sich optisch harmonisch in das Gesamtbild ein. Im Staffelgeschoss sorgen Oberfenster für reichlich Tageslicht.

Die Elektroinstallation wurde den heutigen Maßstäben angepasst. Im Wohnbereich sind Beleuchtung- und Heizung über das KNX System steuerbar. Mittig im unteren Wohnbereich, eingesetzt in einen Raumteiler aus Einbaumöbeln, befindet sich der JUNG Facilitiy Colour Touch Panel IP mit Aluminium Glasrahmen als zentraler Kontroll- und Bedienpunkt. Mit dem Touch Panel ist die Bedienung des gesamten Wohnbereiches möglich. Alle Leuchten im Innen- und Außenbereich sind manuell schalt- und z.T. dimmbar. Die Ist- und Solltemperaturen der Wohn- und Schlafräume, der Kinderzimmer sowie der Bäder und des Arbeitsbereiches können übersichtlich abgelesen werden. Außerdem können die Sollwerte beliebig angepasst werden.

Ebenfalls zentral programmierbar, sind Veränderungen der Heizungsbetriebsart von Komfort- auf Standby-Nachtabsenkung oder Frostschutzbetrieb. Die Umschaltung der Betriebsarten erfolgt automatisch über die interne Schaltuhr des Touchdisplays. Bereits eingestellte Zeiten sind individuell anpassbar. So ist gewährleistet, dass immer die gewünschte Temperatur zur exakten Zeit erreicht wird. Das Touchdisplay ermöglicht dem Heizungsbauer im Servicefall alle Heizungsventile für Wartungsarbeiten aufzufahren oder zu sperren. Das Facility Colour Touch Panel ist in das lokale Datennetzwerk integriert und ermöglicht die bequeme Bedienung mit mobilen Geräten wie iPhone, iPod Touch und iPad.

Die Öffnung der Fenster wird über acht KNX Binäreingänge von JUNG überwacht. Per Touchdisplay wird angezeigt, ob die Fenster geschlossen oder geöffnet sind. Davon abhängig schaltet die Heizung in den einzelnen Räumen automatisch zwischen Komfort, Standby, Nachtbetrieb oder Frostschutzbetrieb. Der Vorteil: Ist das Fenster geöffnet bleibt die Heizung in diesem Raum so lange gesperrt, bis das Fenster wieder geschlossen ist. Der Frostschutz sorgt dafür, dass bei einer Raumtemperatur von unter 7°C die Heizung anläuft, um Frostschäden zu verhindern.

In den Räumen schalten KNX Kompakt- Raumcontroller von JUNG Heizung, 32 geschaltete und 20 dimmbare Leuchtengruppen. Voristallierte Lichtszenen sind mit einem Tastendruck wählbar und sorgen so für ideale Beleuchtungssituationen. Die Lichtszenen sind jederzeit durch die Bewohner veränderbar. Manuell lassen sich so neue Szenen einstellen, mit einem langen Tastendruck erfolgt das Abspeichern der eingestellten Helligkeiten in den JUNG KNX Schalt- und Dimmaktoren.

Im Flur sorgen JUNG KNX Automatikschalter für eine sichere Beleuchtung. Wird keine Beleuchtung benötigt, erlischt das Lichts automatisch. Alle Schalter sind im Design der Schalterserie A creation
in Aluminium. Für die Sicherheit der Familie sorgen Rauchwarnmelder von JUNG in den Schlafräumen und Fluren. Dank eines zertifizierten Magnet-Klebe-Systems lassen sich die Rauchwarnmelder ohne besondere handwerkliche Kenntnisse an der Decke anbringen.

Auch nach den umfangreichen Umbaumaßnahmen lässt sich die ursprüngliche Form des70 Jahre alten Gebäudes nicht leugnen. Innen aber ist der alte Bunker zu neuem Leben erwacht.

Verwendete Designs und Technologien