Stadtvilla, Duisburg

Sanierung einer denkmalgeschützten Stadtvilla
Die Villa an der Mülheimer Straße 43 in Duisburg wurde 1894/95 im spät historisierenden neobarocken Stil erbaut. Die Fassade der denkmalgeschützten Stadtvilla zieren neubarocke Gestaltungselemente wie gerundete Erker oder Ornamente der Brüstungszone. Innen unterstützen originale Wand- und Bodenfliesen sowie Stuckdecken diesen Charakter. Auf der einen Seite schließt die Villa direkt an das nebenstehende Haus an. Der so entstehende Charakter einer „Doppelvilla“ wird durch die identischen Fluchtlinien und Traufhöhen der beiden Gebäude unterstrichen.
 
Der Grundriss der Stadtvilla wird durch das mittig gelegene Treppenhaus bestimmt. Um dieses gruppieren sich U-förmig, dem Charakter der damaligen Zeit entsprechend, die Zimmer des Erdgeschosses mit Salon, Wohn- und Speisezimmer sowie Wintergarten. Bis heute ist diese Raumfolge zu erkennen, auch wenn durch verschiedene Eigentümerwechsel und Umbaumaßnahmen der ursprüngliche Grundriss über die Jahrzehnte verändert wurde.
 
Behutsame Sanierung
2012 erwarb Bibiana Grosser, von Druschke und Grosser Architektur, das Gebäude als neuen Standort für das Architekturbüro. Bei der Architektin war es „Liebe auf den ersten Blick“. Mit dem Besitzerwechsel begannen die aufwändigen wie detailreichen Sanierungsarbeiten.
 
Durch ein, mit dem Besitzer des anschließenden Gebäudes, abgestimmtes Farbkonzept wurde zunächst das äußere Erscheinungsbild der "Doppelvilla" wiederhergestellt. Der Sockel erhielt einen grauen, die übrigen Geschosse ebenso wie die Stuckornamente einen weißen Anstrich. Die Fenster wurden instandgesetzt beziehungsweise erneuert. Durch den Abriss einer in den 1920er Jahren errichteten Garagenanlage wurde auch die Außenanlage neugestaltet. Heute umsäumen Hainbuchenhecken das Grundstück und sorgen für einen harmonischen Übergang in den angrenzenden Park.
 
Um den ursprünglichen Grundriss nachzubilden, wurde das nachträglich eingebaute Bad im Erdgeschoss komplett zurückgebaut. Als Reminiszenz an das 20. Jahrhundert übernahmen die Architekten aber die Wannenarmatur im Badezimmer.
 
Auch der einstige Hauseingang wurde rekonstruiert. Dieser war in den 1930er Jahren, im Zuge einer Umwandlung des Einfamilienhauses zu einem Mehrparteienhaus verlegt worden. Um die einzelnen Wohnungen zu realisieren, wurden diese damals mit Trennwänden zum Treppenhaus hin abgeschlossen. Dadurch veränderte sich auch der Antritt der Holztreppe.
 
Trotz der bisherigen Umbaumaßnahmen, fanden Druschke und Grosser Architektur im Inneren des Hauses einen Großteil der ursprünglichen Ausstattung unverändert vor. Darunter die Fliesenbeläge in der Küche, im Treppenhaus des Erdgeschosses und in den Toiletten auf dem Zwischenpodest. Auch die Eichentreppe mit ihren gedrechselten Stäben, der Mamorbelag im ehemaligen Eingang oder die kassettierten Türen und das Fischgrätparkett im Erdgeschoss blieben unversehrt erhalten. Im Verlauf der Sanierungsarbeiten entdeckten die Architekten weitere historische Elemente, wie überputzte Wandfliesen oder mit Bodenfliesen überdecktes Linoleum. Auch unter einer abgehängten Decke verbargen sich reich verzierte Stuckelemente. An diesen lässt sich bis heute der eigentliche Grundriss der Villa ablesen.
 
Über den wiederentdeckten Eingang gelangen die Besucher in das Entré, an welches unmittelbar der Salon des Hauses - der heutige Besprechungsraum grenzt. Die indirekt beleuchtete Stuckdecke hebt sich von der leicht farbigen Wand ab. Kontrastierend zu der hellen Wand, ist die Elektroinstallation im Design des JUNG Schalterklassikers LS 990 in Les Couleurs® Le Corbusier gehalten. Der Besonderheit dieser Serie liegt das einzigartige Farbsystem von Le Corbusier – einem der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts – zugrunde. Jede der 63 Farben ist mit einer beliebigen anderen des Systems kombinierbar. Überzeugt von dieser bemerkenswerten Eigenschaft sowie der besonderen Farbtiefe, bietet JUNG die Serie LS 990 weltweit exklusiv in den matten, handlackierten Les Couleurs® Le Corbusier Farben an. 2015 wurde diese Innovation mit dem German Design Award in der Kategorie "Building and Energy" ausgezeichnet.
 
Vom Besprechungsraum bietet sich, durch einen schmalen verglasten Schlitz in der Mauerwerkwand, der Blick in den Flur. Gleichzeitig sorgt die Öffnung für eine zusätzliche Belichtung. Angrenzend an den Besprechungsraum liegen die hellen Büroräume. Auch hier wurden die Wände farbig gestaltet. Kunstwerke, moderne Einbauten wie auch die Elektroinstallation im Design des Schalterklassikers LS 990 in Alpinweiß von JUNG setzen klare Akzente. Für eine perfekte Lichtstimmung ohne störende Nebeneffekte sorgen Drehdimmer. Auf den Fluren angebrachte Automatikschalter schalten automatisch die Beleuchtung ein.
 
Während im Erdgeschoss Stuck, Fliesen oder Böden von der Historie der Stadtvilla zeugen, sind in den beiden oberen Etagen keinerlei dieser Elemente erhalten geblieben. Symbolisch übernehmen Tapeten und Teppiche hier diese Funktion. Zusätzlich sorgen ausgesparte Flächen an den Wänden als „Putzzitate“ für den Bezug zur Geschichte des Hauses.
 
Durch die bewusste Liebe zum Detail und den klaren Blick für das Wesentliche, haben Druschke und Grosser Architektur einem historischen Ort zu neuem Leben verholfen.

Verwendete Designs und Technologien