opusHouse, Darmstadt

Wohnen und Arbeiten in der Stadt

Die Ploenniesstraße in Darmstadt ist geprägt von gründerzeitlicher Blockrandbebauung. Eines der Häuser war im Gegensatz zur Nachbarbebauung nur 2-geschossig errichtet worden, daneben klaffte eine Lücke. Der Altbau wurde saniert und - dem architektonischen Ausdruck der vorhandenen Bebauung folgend - aufgestockt und nach hinten erweitert. Anstelle eines Schmuckgesimses bildet ein Glasband den Übergang zum Dach.

Im Kontrast zum Altbau wurde die Baulücke mit einem tranparenten Bürobau geschlossen, dessen Volumen und Proportionen ebenfalls auf die Nachbarbebauung eingehen. Die Fassade besteht aus geschosshohen Glaselementen, die im oberen Teil die Dachterrasse begrenzen. Im "Sockelgeschoss", das die Höhe des unteren Gurtgesimses aufnimmt, sind die geforderten Stellplätze untergebracht.

Im Rahmen der Baumaßnahmen wurde auch die innere Erschließung neu organisiert. Ein gemeinsames Treppenhaus vermittelt jetzt zwischen Alt- und Neubau, zwischen Wohnen und Arbeiten. Statt kleiner Geschosswohnungen entstanden im aufgestockten Altbau zwei großzügige Maisonetten, die untere mit einer Freifläche im Hof, die obere mit einer Dachterrasse auf dem Bürohaus. Der Neubau bietet helle und flexible Arbeitsplätze. Je nach Bedarf können zwei oder mehrere Geschosse über einen Luftraum zusammengeschaltet werden.

Energiekonzept
Die Baumaßnahme wurde insgesamt in Passivhausstandard realisiert. Alle Hüllflächen sind luftdicht und hoch wärmegedämmt. Es kam ausschließlich 3-fach-Verglasung mit Kryptonfüllung zum Einsatz. Die Luftzufuhr wird durch kontrollierte, individuell regelbare Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung erreicht, so dass Lüftungswärmeverluste vermieden werden. Ein Erdwärmetauscher sorgt für zusätzlichen Temperaturausgleich. Reicht die passiv Erwärmung nicht aus, wird die Luft über dezentrale Register nachgeheizt. Dafür wurde eine minimierte Gas-Brennwerttherme installiert.

Die geneigten Dachflächen wurden mit Solarthermie- und Photovoltaikpaneelen belegt, die gleichzeitig als Dacheindeckung dienen. Detailausbildung und Farbgebung wurden so gewählt, das sich das Dach möglichst unauffällig in die umgebende Dachlandschaft aus Metall- und Schieferdeckungen einpasst. Die Solarthermie erzeugt warmes Wasser und unterstützt die Heizung. Der über die PV erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Regenwasser wird in einer Zisterne gesammelt und zur WC-Spülung und Gartenbewässerung genutzt.

"Der Umbau zeigt aber auch, dass diese Technik der modernen Fassade nicht unbedingt bedarf. Das Ensemble ist also eine Art Exempel: Der ökologisch verantwortliche Umbau in der Stadt ist nicht an formale Fassadenfragen geknüpft." Maren Harnack, world-architects

Durch die Maßnahme wird eine städtebauliche Lücke geschlossen und Gebäudehüllflächen - auch der Nachbarhäuser - minimiert. Durch Nachverdichtung wird weiterem Landschaftsverbrauch entgegengewirkt. Die Nutzer benötigen ein Auto nur in Ausnahmefällen. opus Architekten, Anke Mensing Andreas Sedler
Fotos: Eibe Sönnecken, Darmstadt; OpusArchitekten BDA, Darmstadt

Verwendete Designs und Technologien