Einfamilienhaus in Sant Cugat del Vallès, Spanien

Ausgezeichneter Sinn für Raum und Zwischenräume

Im Nordosten Spaniens – in Sant Cugat del Vallès – steht das Haus der fünfköpfigen Familie. Zahlreiche Grünflächen, Parks und Sportanlagen machen die katalanische Stadt, in der Nähe von Barcelona gelegen, zu einem beliebten Wohnort.
 
Das 2013 errichtete Einfamilienhaus mit Sichtmauerwerk in rötlicher Ziegelfärbung, besteht aus drei unterschiedlich großen und hohen Einzelgebäuden. Durch die geschickte Zusammenführung der Kuben entstehen „Außen- und Zwischenräume (..), die von einer hohen räumlichen Qualität zeugen“, so das Urteil der Jury der Initiative „Bauen mit Backstein“. Der Zusammenschluss aus führenden deutschen Backsteinherstellern und dem BDA (Bund deutscher Architekten), vergibt alle drei Jahre den Fritz-Höger-Preis. 2014 wurde das spanische Architekturbüros HARQUITECTES in der Kategorie Einfamilien- und Doppelhäuser für das „1101 Haus“ in Sant Cugat del Vallès mit dem Fritz-Höger Preis in Gold ausgezeichnet. Die Begründung der Experten: „Mit gezielt platzierten Öffnungen und den entstandenen Zwischenräumen (…), schaffen es HARQUITECTES, eine vielschichtige Tiefe in das Raumkonglomerat zu bringen und beweisen so ein großes Gefühl für Raum“.
 
Durch die ungewöhnliche Aufteilung der Gebäudeteile, stehen Bauten und Garten in enger Beziehung zueinander und wirken wie eine Erweiterung des jeweils anderen. Die Kuben selber sind durch zwei überdachte Räume miteinander verbunden, komplett verglast und beidseitig mit raumhohen Faltschiebefenstern versehen. Sind die Fenster geöffnet, wirken Verbindungsräume wie eine Terrasse. In dem Bau zwischen Elternbereich und Küche, befindet sich das Wohnzimmer der Familie. Im Winter kann es als Wintergarten und im Sommer als Veranda genutzt werden. Im zweiten Übergang liegt der Eingangsbereich – er verbindet den Bereich der Kinderbereich und die Küche.
 
In dem höchsten Gebäudeteil ist das Schlafzimmer der Eltern untergebracht, ein Stockwerk höher liegt das Studio. Der mittlere Bau hingegen ist eingeschossig. Hier befindet sich die große Wohnküche. In dem danebenliegenden etwas niedrigeren, zweigeschossigen Haus ist im Erdgeschoss das Spielzimmer untergebracht, oben sind die drei Kinderschlafzimmer.
 
Auffallend: Alle drei Kuben haben nur wenige kleine Fenster. Durch den geringen Glasanteil gelangt kaum direkte Sonneneinstrahlung ins Haus. An den Stellen, an denen ein Sonnenschutz erforderlich ist, sind Außenrollos aus lasierter Douglasie angebracht. Einmal heruntergelassen können diese über Aufsteller gehängt werden. So ist für eine optimierte Ventilation der Räume gesorgt.
 
Für ein angenehmes Raumklima sorgt das wärmegedämmte, zweischalige hinterlüftete Mauerwerk. Die begrünten Flachdächer wirken der Aufheizung der Zimmer im Obergeschoss entgegen. Die Räume selber werden über eine geothermische Wärmepumpe und eine Fußbodenheizung im Winter beheizt beziehungsweise im Sommer mit kaltem Wasser gekühlt.
 
Einige Innenwände sind in Weiß gehalten, andere in rotem Backstein. Einheitlich entschied sich das Kunstsammler-Paar für eine Elektroinstallation im Design des Schalterklassikers LS 990 von JUNG in Alpinweiß. Markant und stylisch wirkt die Variante des Klassikers als Aufputz-Installation auf dem purem Stein in der Küche oder dem Wohnzimmer.
 
Das 1101 house der spanischen Architekten HARQUITECTES überzeugt mit einer ungewöhnlichen Aufteilung, die eine verblüffende Verbindung zwischen Innen und Außen herstellt.

Verwendete Designs und Technologien