building the future

Junger, dynamischer und innovativer Aufschwung in der deutschen Architekturszene

„Wie lange ist man als Architekt eigentlich jung?“ und „erhalten junge Architekten in Deutschland überhaupt die Chance, zwischen den großen und etablierten Büros zu bestehen?“ Genau diese Fragen wurden auf den 11. JUNG Architekturgesprächen in Hamburg am 26. Januar 2016 in der Freie Akademie gestellt. Bastian Müller, Elke Reichel und Mikala Holme Samsøe sorgten mit ihren charmanten und progressiven Vorträgen für einen kurzweiligen Abend und lieferten einen positiven Blick in die Zukunft der Architekturbranche.
Der Weg ist das Ziel
Früher oder später ein eigenes Büro zu führen, ist das Ziel vieler junger Architekten. 2009 hat Elke Reichel den Sprung ins kalte Wasser gewagt und als junge Architektin ihr eigenes Büro gegründet. Mit ihrer jungen, dynamischen und witzigen Art präsentierte Sie die Meilensteine ihres Büros Reichel Schlaier Architekten und animierte das junge Publikum dazu, den Mut und die Geduld aufzubringen und den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

Als Projektleiter des Ozeaneum Stralsund erhielten sie und Ihr Büropartner Peter Schlaier bereits als ganz junge Architekten die Chance, Verantwortung für ein Großprojekt zu übernehmen und Abläufe und Strukturen des gesamten Bauprozesses – vom Entwurf bis zur Fertigstellung – selbst zu organisieren. Zukunft basiert für Elke Reichel auf der Vergangenheit, so dass es nicht verwundert, dass die inhaltliche Prägung des Büros Behnisch sich auch in den Entwürfen von Reichel Schlaier Architekten durchsetzt – angefangen von einer Doppelgarage in Marienberg, bis hin zum gewonnen Wettbewerb des Kärcher Areals in Winnenden.
Elke Reichel

REICHEL SCHLAIER ARCHITEKTEN GMBH,
Stuttgart

Zukunft beginnt heute
Für Mikala Holme Samsøe „bestimmen die Dinge, die wir heute tun, unsere Zukunft.“ Im Büro Henning Larsen Architekts in München setzt sie sich deshalb verstärkt für die nachhaltige Entwicklung architektonischer Prozesse ein. Anhand aktueller Projekte, wie dem Besucher- und Medienzentrum des Landtags Baden-Württemberg, verdeutlichte sie die skandinavischen Ideologien nachhaltiger Gestaltungsprinzipien, wie beispielsweise die Nutzung von Tageslicht als energetische Optimierung von Gebäuden.

Die dänische Architektin hat sich als Ziel gesetzt, die Welt mit Hilfe von Architektur und Gestaltung zu verbessern und appelliert an die gesellschaftliche Verantwortung der Architekten. Der Mehrwert von Architektur solle stärker als politisches Werkzeug eingesetzt werden und zur Veränderung beitragen.
Mikala Holme Samsøe

HENNING LARSEN ARCHITECTS,
München

Bühne frei für den Nachwuchs
Erstmals präsentierten die JUNG Architekturgespräche auch einen Newcomer. Bastian Müller, Masterstudent an der FH Dortmund und Sieger des VFA Studentenwettbewerbs 2015 „Urban Farming“, eröffnete den Abend mit der Präsentation seines Siegerentwurfs „Green Kit“. Das modulare Baukastensystem kann sich, mit seiner pneumatischen Gebäudehülle, flexibel an urban verdichtete Stadträume anpassen und reagiert so auf die sozialen, ökonomischen und ökologischen Probleme der Stadt.
 
Bastian Müller

Sieger des VfA Studentenwettbewerb 2014,
Architekturstudent
FH Dortmund